Die Kiste

Es war sehr spannend, sich mit anderen Künstlern von einer gefundenen Kiste zu einem Ausstellungsprojekt inspirieren zu lassen.

Die Kiste

In der Kiste war allerhand Zeug. Darunter eine Bibel in der jemand Notizen gemacht hatte. Da ich mit christlichen Themen und Frauenrollen bereits Erfahrung sammeln durfte, hatte es mir die Stelle, an der geschrieben steht, dass die Weiber in der Gemeine zu schweigen haben, besonders angetan. 😉

Das Triptychon

Theresa hat mit mir dazu ein Triptychon inszeniert, das wir mit einem Teil des Vaterunser verbunden haben:

… und führe uns nicht in Versuchung

sondern erlöse uns von dem Bösen

denn dein ist das Reich und die Kraft und die
Herrlichkeit

Amen

Rodtschenko und Inszenierungen

Rodtschenko mochte keine Inszenierungen. Ich finde man muss dem ganzen eine Chance geben 😉

Zunächst ein paar Stilübungen zu Portraits.

Und dann ein wenig christlicher Charm.

Aber schräg ist immer noch am ungewöhnlichsten; fast avantgardistisch 😉

Mein christliches Testament
Ralf Jochen Moser

Mein christliches Testament ist ein Projekt, das schwer einzuordnen ist. Es geht um Fotografie, Geschichte(n), Emotionen, Rollen, Religion, Kunst und vieles mehr. Das A und O meines christlichen Testaments sind nicht der Anfang und das Ende sondern der Anfang und der kreative Neubeginn, der den nächsten Durchlauf initiiert; Generation für Generation.

Lassen sie mich mit einer Geschichte beginnen.

Die Schlange lag auf einem Ast als A. und seine Frau O. vor ihr stehen blieben. Die Schlange gähnte und fragte: «Esst ihr immer noch die Früchte vom verbotenen Baum?» «Wir essen jetzt von allen Früchten, außer von den Giftigen, von denen wir sterben oder uns zurück entwickeln würden.», sagte die Frau. Schlau ist die Kleine geworden, dachte die Schlange und fragte erneut: «Also wisst ihr jetzt selbst, was gut für Euch ist?»

Die Frau zögerte und sagte dann: «Wir leben selbstverantwortlich und selbstbestimmt. Wir fügen niemand ein Leid zu. Wer sollte etwas dagegen einzuwenden haben?» Das wird ja immer besser, dachte die Schlange und erwiderte: «Jemand, der besser als ihr weiß, was nicht gut für Euch ist und es Euch verboten hat!» «Gott mischt sich schon lange nicht mehr in unser Leben ein», sagte die Frau. Die Kleine hat definitiv die Hosen an, dachte die Schlange und bevor sie etwas erwidern konnte, fügte die Frau hinzu: «Er verwehrt uns zwar nach wie vor das ewige Leben; aber wir werden immer älter, weil wir mehr über das Leben wissen und sich unsere Lebensbedingungen durch die Wissenschaft verbessern. Und die Kunst vermag unserem Leben Sinn zu verleihen.»

«Habt ihr auch den Baum des Lebens gefunden?» fragte die Schlange. «Versucht ihr Euch durch die Wissenschaft und die Kunst das Paradies zurückzuholen?» Die Frau schaute die Schlange erstaunt, verwirrt und fragend an. Die Schlange wartete geduldig auf eine Antwort, aber die Frau fragte zurück: «Weil wir älter werden und uns das Leben angenehmer gestalten? Oder weil die Kunst heute die selben Fragen aufwirft wie die Religion; aber die Wissenschaft andere Antworten findet?» Nicht schlecht die Kleine, dachte die Schlange, Angriff ist die beste Verteidigung. Aber das letzte Argument des einen Gottes zieht immer.

«Habt ihr keine Angst, Gott gegen Euch aufzubringen» fragte die Schlange. «Was sollte uns geschehen? Wir sind aus dem Paradies vertrieben, ich gebäre unsere Kinder unter Schmerzen, wir ackern uns ab und sterben werden wir sowieso.» sagte die Frau spöttisch. «Ihr könntet aussterben», sagte die Schlange und dachte, das wird noch spannend mit den Beiden. Hoffentlich gehen Euch noch früh genug die Augen auf. Er ist so passiv, die Kleine wächst ihm über den Kopf, seine Libido ist schwach, wenn sie ihm gleichberechtigt gegenüber tritt; aber wen soll sie sonst nehmen.

Die Frau wendet sich von der Schlange ab, schlägt die Augen demütig nieder und bittet: «Und erlöse uns von dem Übel»

Ich danke Fiona, Hannah, Jule, Marcella und Sabrina für ihre Unterstützung und hoffe, dass sie dem Projekt lange treu bleiben werden.

LU Straßentheaterfestival 2011

12. Internationales Straßentheaterfestival Ludwigshafen: Anspruchsvolle Akrobatik, hochkarätiges Improvisationstheater und Musik. Außergewöhnliche, humorvolle sowie bewegende Aufführungen erwarteten die Besucherinnen und Besucher beim diesjährigen Internationalen Straßentheaterfestival in Ludwigshafen. Zwei Gruppen hatten es mir besonders angetan.

Mit nicht zu übersehenden Stelzencharakteren und Darstellern in Phantasiekostümen vermitteln “Grotest Maru” Geschichten und Bilder aus einer anderen Welt wie etwa über die Mitglieder des Hofstaates einer vergessenen Prinzessin. Bei der Aufführung ihres Werks “Parada Narrnia” spielt das Ensemble auf dem Rathausplatz am Freitag und Samstag jeweils um 15 Uhr und 19.45 Uhr etwa mit dem Publikum, mit Gesten, Bewegungen und Blicken.

Das Ensemble “Theater Gajes” persiflierte freitags und samstags um 22.30 Uhr auf dem Europaplatz mit “Don Quixote” einen Klassiker der Weltliteratur. Dabei setzte es sich mit menschlichem Unvermögen sowie verpasster Romantik auseinander. Wie in der Urfassung von Miguel de Cervantes unternimmt Don Quixote, fasziniert vom Ritter- und Heldentum, abenteuerliche Reisen. Ihn begleitet dieses Mal aber nicht der gutmütige Sancho Panza, sondern Sancha, eine Frau, die ihre aussichtslose Lage verändern will, während Don Quixote sie keines Blickes würdigt und ständig auf der Suche nach seiner Traumfrau Dulcinella ist.